Welche Weiterbildungen gibt es für Tierphysiotherapeuten? – 10 spannende Spezialisierungen

Ein Beruf, der nie stillsteht: Weiterbildung in der Tierphysiotherapie

Sie sind bereits als Tierphysiotherapeutin tätig? Oder sind Sie noch ganz am Anfang Ihrer Reise und überlegen, die Tierphysiotherapeuten-Ausbildung zu absolvieren?

Vielleicht finden Sie es auch einfach spannend, welche unterschiedlichen Möglichkeiten die Spezialisierungen der Tierphysiotherapie Ihnen als Hundehalter bieten.

Hunde sind ebenso verschieden wie die Beschwerden, die sie haben können. Was bei einem Hund oder Problem hilft, ist nicht automatisch die Lösung für ein anderes.

Weiterbildung ist der Schlüssel, der uns hilft, unsere Hunde noch besser zu verstehen und zu behandeln. So ist es uns möglich, auf verschiedenste gesundheitliche Bedürfnisse individuell einzugehen.

In Fort- und Weiterbildungen spezialisieren Tierphysios sich ganz gezielt auf unterschiedliche Therapiemethoden, Behandlungsbereiche oder Beschwerdebilder. Ob Schmerztherapie, neurologische Beschwerden, TENS-Gerät oder Sporthundebetreuung – wir zeigen Ihnen, was dank Spezialisierung in der Tierphysiotherapie möglich ist!

1. Manuelle Therapie beim Hund

Bei der Manuellen Therapie liegt der Fokus auf Techniken, die Sie mit den Händen an den Gelenken und Weichteilen des Hundes anwenden. Hierdurch soll eine sanfte Mobilisation erfolgen. Die Manuelle Therapie kann Blockaden lösen und Verspannungen sowie damit einhergehende Schmerzen lindern. Auf Dauer lassen sich mit dieser speziellen Physiotherapie beim Hund Verletzungen vorbeugen, Muskulatur aufbauen und die Leistung sowie die Lebensqualität optimieren. Dies ist insbesondere hilfreich bei

  • reversiblen Lahmheiten
  • Schmerzpatienten
  • Verspannungen
  • eingeschränkter Gelenkfunktion, etwa nach längeren Ruhepausen durch OPs usw.

Sie sehen: Die Manuelle Therapie ist ein Therapiebereich der Tierphysiotherapie, welches den Behandelnden vielseitige Optionen bietet und die Handlungskompetenz spürbar steigert.

2. Lymphdrainage für Tiere

Durch verschiedenste Ursachen kann es zu Störungen im Lymphabfluss des Hundes kommen. Etwa durch OPs und Narbenbildung, Tumore, Traumata, verstopfte Lymphgefäße oder Entzündungen. Auch erblich bedingt treten bei einigen Hunderassen gehäuft Lymphödeme, also Ansammlungen von Lymphflüssigkeit im Gewebe, auf.

Tierphysiotherapeuten können für die Behandlung von Lymphstau bei Hunden, Katzen oder Pferden spezielle entstauende Techniken erlernen und mit dieser Spezialisierung erreichen, dass der Lymphabfluss wieder reibungslos funktioniert.

Schon in der Ausbildung bieten wir erste Einblicke in Weiterbildungen wie Lymphdrainage, Sporthundetherapie oder Faszienarbeit. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, schauen Sie doch gerne mal auf unserer Ausbildungsseite vorbei.

3. Neurologische Rehabilitation

Ein spannendes Tätigkeitsfeld im Bereich der Tierphysiotherapie ist auch die Neurologische Rehabilitation. Sie beschäftigt sich mit Tieren, die Lähmungen oder andere neurologische Beeinträchtigungen aufweisen.

Fälle, in denen es hilfreich ist, einen spezialisierten Hundephysio aufzusuchen, sind:

  • Bandscheibenvorfälle
  • das Vestibularsyndrom
  • Verletzungen des Rückenmarks und damit einhergehende Ausfallerscheinungen
  • usw.

Die Neurologische Reha für Hunde ist eine optimale Spezialisierung für Tierphysios, die Tiere wie Katzen und Hunde postoperativ und nach neurologischen Erkrankungen intensiv behandeln möchten.

Sie interessieren sich für eine Ausbildung mit vielfältigen Spezialisierungsmöglichkeiten? Wir beraten Sie gern persönlich!

4. Hydrotherapie – mit Innovationen wie dem Unterwasserlaufband

Die Kombination aus Bewegung und Wasserwiderstand kann wahre Wunder bei kranken Hunden bewirken! Insbesondere bei

  • Gelenkerkrankungen
  • Übergewicht und daraus resultierenden Folgen
  • oder zur Reha nach Operationen am Bewegungsapparat

ist die Bewegungstherapie mithilfe des Wasserwiderstands eine perfekte Option. Hinzu kommt, dass die Bewegung unter Wasser sehr gelenkschonend ist und vom Hund als weniger anstrengend wahrgenommen wird.

Die Hydrotherapie ist eine gute Spezialisierung für praxisgebundene Tierphysiotherapeuten, da besonderes ortsständiges Equipment nötig ist. Ist dies vorhanden, stellt diese innovative Methode eine spannende Behandlungsmöglichkeit dar, die vielen Hunden (und Therapeuten) Freude macht. Denn: Hunde lieben das Laufen auf dem Unterwasserband häufig und freuen sich auf die Behandlungseinheiten!

Ein weiterer Pluspunkt, der damit einhergeht: Die Kundenbindung an die Praxis für Tierphysiotherapie steigt somit.

Kraft- und Konditionstraining

5. Sporthundetherapie & Muskelaufbau

Hundephysiotherapeuten, die gerne sportlich unterwegs sind und diese Bewegungsfreude auch an ihre Klienten weitergeben wollen, sollten über eine spezielle Betreuung von Sport- und Arbeitshunden nachdenken.

Diese wird gerne in Anspruch genommen von Haltern und Halterinnen von

  • Leistungshunden
  • Diensthunden
  • sportlich geführten Hunden (etwa Agility, Spürhundearbeit, Dogdancing usw.)
  • Züchtern

Wenn Sie also sportlich ambitioniert sind und gerne unterschiedliche, sportlich geführte Hunde intensiv betreuen und behandeln möchten: Denken Sie vielleicht einmal über eine Karriere im Bereich der Sporthundetherapie nach.

6. Osteopathie für Tiere

Sie möchten vorrangig mit einem ganzheitlichen Ansatz arbeiten? Die Verbindung von Körper und Funktion interessiert Sie ganz besonders?

Dann sind die feinen Techniken der Osteopathie für Hunde vielleicht genau das Richtige für Ihre Ambitionen. Die sanfte Korrektur des Bewegungsapparates mithilfe der Hände ist unter Hundehaltenden sehr gefragt und wird allgemein gerne angenommen.

Die Grundlage hierfür bilden intensive Anatomiekenntnisse. Sie sollten genau verstehen, wie der Körper des Tieres funktioniert, um feine Korrekturen vorzunehmen. Dann steht Ihnen ein weites und spannendes Feld der Physiotherapie für Tiere offen!

Katja Wagener

7. Akupressur & TCM (Traditionelle Chinesische Medizin)

Sie finden östlich geprägte Denkmodelle spannend und würden diese gerne in Ihre Tätigkeit als Tierberufler einfließen lassen? Dann ist die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ein geeigneter Leistungsbaustein Ihres Behandlungs-Portfolios.

Die Anwendung der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) setzt ein solides Wissen über elementare energetische Konzepte und die Meridianarbeit voraus. Diese können Sie in speziellen Weiterbildungen zu diesem Thema erlernen und vertiefen.

Der Fokus in der Praxis liegt meist auf Akupunkturbehandlung bei Tieren wie Hunde, Katzen und Pferde. Die TCM ist insbesondere bei Halterinnen beliebt, die gerne ganzheitlich denken und behandeln (lassen). Sie eignet sich gut als sanfte zusätzliche Behandlungsmethode bei chronischen Beschwerdebildern.

8. Verhalten & Schmerzmanagement

Eine vielschichtige und ebenso herausfordernde Verbindung ist die von Verhaltenstherapie und Physiotherapie. Verhaltensauffälligkeiten sind häufig zurückzuführen auf Schmerzen beim Tier. Aber auch der umgekehrte Weg ist möglich.

Hier braucht es Spezialisten, welche die Zusammenhänge verstehen und behandeln.

Wenn Sie Lust haben, schmerzbedingte Auffälligkeiten im tierischen Verhalten zu erkennen, zu erklären und aufzulösen, ist diese Spezialisierung vielleicht genau die richtige für Sie.

Einen großen Mehrwert bieten Sie als solche Spezialistin auch, wenn aggressive oder ängstliche Hunde oder Katzen Ihre Praxis besuchen. Wer deren Handling perfekt beherrscht, kommt nicht nur selbst besser durch den Arbeitsalltag als Tierberufler, sondern ist seinen Klienten auch eine besonders wertvolle Stütze.

Hundephysio - Behandeln mit Sabine Hárrer

9. Faszien- und Triggerpunkttherapie

Wir alle wissen mittlerweile, wie wichtig gesunde Faszien sind – und wie stark die Probleme sind, die sie hervorrufen können.

Daher macht es Sinn, sich darauf zu spezialisieren, Therapiemethoden für die oft vernachlässigten Faszienstrukturen zu erlernen. Sie stellen eine gute Ergänzung zur Physiotherapie des Hundes oder anderer Tiere dar. Besonders effektiv ist die Faszien-Therapie bei

  • Verspannungen
  • Einschränkungen der Bewegung sowie
  • Lahmheiten mit unklarer Ursache

Lernen Sie mit einer solchen Spezialisierung die Bedeutung und Funktion der Faszien noch besser kennen. Helfen Sie Tieren, sich wieder unbeschwert zu bewegen und einen stabilen, flexiblen Bewegungsapparat zu erhalten. Viele Hunde empfinden diese Therapieform als sehr entspannend und zeigen sich daher bei den Einheiten sehr kooperativ.

Lernen Sie in unserer Praxis die verschiedenen Fachbereiche der Tierphysiotherapie live kennen – im Rahmen eines Praktikums, das in die Ausbildung integriert wird. Jetzt anfragen.

10. Tierphysio für alle: Spezialisierung auf verschiedene Tierarten

Wenn Sie Ihr Wissen und Können auf eine Tierart fokussieren und sich damit eventuell sogar einen Wettbewerbsvorteil verschaffen wollen, ist auch dies eine mögliche Form der Spezialisierung im Rahmen der Tierphysiotherapie.

Spezialisieren Sie sich etwa auf Hunde, Katzen oder Pferde. Aber auch Heimtiere erfreuen sich im Tierphysio-Bereich immer größer werdender Beliebtheit und gute Heimtier-Spezialisten werden mittlerweile sehr geschätzt.

Mit einer Tierart-Spezialisierung in der Physiotherapie erweitern Sie also Ihre Zielgruppe, verbessern Ihre Wettbewerbsfähigkeit und finden neue Einsatzmöglichkeiten für einen erweiterten Horizont und einen spannenden Arbeitsalltag.

Nicht zuletzt sind spezialisierte Tierphysios auch bei Tierärztinnen und Tierärzten beliebt, die gerne fachliche Kooperationen mit diesen eingehen.

Fazit: Weiterbildung im Bereich der Tierphysiotherapie bringt Ihnen eine Fachkompetenz, die Ihre (potenziellen) Kundinnen und Kunden wertschätzen!

Mit regelmäßigen Fort- und Weiterbildungen zeigen Sie Motivation und Leidenschaft für Ihren Tierberuf. Das bringt Vertrauen und bindet Ihren Kundenstamm an Sie.

Zögern Sie also nicht, Ihr therapeutisches Know-how stets nach Ihren individuellen Interessen zu vertiefen.

Den ersten und wichtigsten Schritt in diesen Tierberuf können Sie mit uns gemeinsam gehen – wir laden Sie dazu ein, die Ausbildung zum Physiotherapeuten für Hunde nach Sabine Hárrer bei uns zu absolvieren. Mehr Informationen dazu erhalten Sie jetzt auf unserer Ausbildungsseite oder über den persönlichen Kontakt mit uns.

Wir freuen uns stets, von neuen, motivierten Interessentinnen und Interessenten für die Tierphysio-Ausbildung zu hören!