Was Sie für eine gute Weihnachtszeit mit Hund beachten sollten
So schön die gemeinsame Weihnachtszeit für Mensch und Hund ist – so birgt sie auch ihre Herausforderungen für das Miteinander. Die Feiertage kommen mit neuen Reizen, veränderten Routinen daher, gegebenenfalls bewegen Sie sich auch weniger mit Ihrem Vierbeiner.
Einige Hunde gehen damit sehr souverän um, während andere mit den ganzen Veränderungen Probleme haben, die sich auch in körperlichem Unwohlsein oder gar Beschwerden äußern.
Wir geben Ihnen hilfreiche Tipps an die Hand, mit denen Sie die Weihnachtszeit für Ihren Hund möglichst angenehm gestalten – für ein schönes Fest für alle Beteiligten.

Warum sind gerade Feiertage wie Weihnachten eine Herausforderung für Hunde?
An den weihnachtlichen Feiertagen ergeben sich in vielen Haushalten mit Tier Veränderungen, die gerade sensiblen Hunden zusetzen können:
- weniger Bewegung
- veränderte Routinen, etwa bei den Gassigängen, Fütterungszeiten oder im Schlaf-Wach-Rhythmus
- neue, vermehrte Reize, etwa durch Besuch, Festtagsaktivitäten usw.
- Wetterlage: häufig Kälte und Nässe, insbesondere für chronisch kranke und alte Hunde eine Herausforderung
Achten Sie also wenn möglich darauf, Ihre Alltagsroutine mit Hund nicht allzu sehr zu verändern. Versuchen Sie, die üblichen Fütterungs- und Gassi-Zeiten einzuhalten.
Halten Sie auch ein Mindestmaß an Bewegung ein, selbst bei schlechtem Wetter und Stress oder Besuchen. Vielleicht beziehen Sie Ihre Weihnachtsgäste ja mit ein und diese freuen sich sogar über einen gemeinsamen Spaziergang?
Insbesondere ältere Hunde oder solche mit Beschwerden der Gelenke spüren die Kälte jetzt stärker. Sorgen Sie gerne rechtzeitig für ein paar wärmende Optionen für Ihren Hund.
Das können Wärmebetten im Innen- und Außenbereich sein, isolierende Hundemäntel für den Winter oder eine Wärmequelle speziell für Tiere wie das Snugglesafe. Auch über eine (gesicherte) Rotlichtlampe freuen sich Hunde, die zu Muskelverspannungen oder Gelenkbeschwerden neigen.
Achtung: Sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund die Wärmequelle immer freiwillig aufsuchen und nach Bedarf selbst verlassen kann. So vermeiden Sie, dass es zu Überhitzungen kommt oder Ihr Hund sich durch die Wärme unwohl fühlt.
Eine weitere Herausforderung für viele Hunde in der Weihnachtszeit ist die Reizüberflutung durch Gäste, vermehrte und andersartige Geräusche oder auch die allgemeine Hektik — diese sorgen bei sensiblen Vierbeinern gerne mal für Stress, Angst und Unruhe. Doch Sie können im Voraus daran denken, Ihrem Vierbeiner die benötigten Ruheinseln zu schaffen.
Wie kann ich Stress & Überreizung für meinen Hund zur Weihnachtszeit vermeiden?
Neben einer möglichst gleichbleibenden Routine, was Spaziergänge, Fütterung und Spielzeiten betrifft, sollten Sie auch einen Rückzugsort für Ihren Hund schaffen.
Dies kann ein Raum sein, der über die Feiertage nur für Ihren Vierbeiner reserviert ist und zu dem Gäste keinen Zugang erhalten.
Wenn Ihr Hund jedoch gerne in sicherem Abstand mitbekommen möchte, was sich im Haus abspielt, schaffen Sie einen separaten Ruheplatz im Wohnbereich. Machen Sie Gäste darauf aufmerksam, dass der Hund nicht gestört werden soll, wenn er sich hier befindet. So kann er selbst entscheiden, wann er sich aktiv ins Geschehen einbringen und wann er lieber ruhen möchte.
Spannende Resultate zu diesem Thema liefern wissenschaftliche Studien: Einige belegen, dass sich Stress bei Besitzern in deren Hunden widerspiegelt. Dies konnte unter anderem durch Cortisol (ein Stresshormon) nachgewiesen werden, welches sich im Hund vermehrt, wenn dessen Halter gestresst sind. *
Es lohnt sich also durchaus, wenn auch wir Zweibeiner uns über die Weihnachtstage nicht allzu großen Druck machen und die Feiertage entspannt angehen.
Physio-Tipp: Sollte Ihr Hund zu starkem Stress neigen, können sanfte Massagen oder leichte Bewegung helfen, diesen abzubauen.

Ihr Hund reagiert sensibel, wenn die Feiertage stressig sind? Kontaktieren Sie uns für eine Erstberatung in unserer Hundephysiotherapie in Kolbermoor oder in Chiemgau. Wir schauen gerne, was wir für Sie tun können.
Was, wenn Spaziergänge wegen Schnee, Kälte oder Dunkelheit kaum möglich sind?
Wenn zur Weihnachtszeit kaum Erholung und Bewegung draußen möglich ist, gibt es tolle Indoor-Alternativen, um Bewegung & mentale Auslastung sicherzustellen:
Für kurze Indoor-Einheiten zwischen den Feiertagen eignen sich Suchspiele, Denk-/Nasenspielzeug, leichte Gymnastik, Balanceübungen oder auch sanfte Übungen für den Bewegungsapparat.

In unserem Blogartikel zum Thema „Reha und Hundefitness bei schlechtem Wetter“ tauchen Sie tiefer in die Materie ein und nehmen einige neue Inspirationen mit, wenn Sie möchten.
Dort erklären wir Ihnen auch genau, warum das so wichtig ist und geben wertvolle Tipps, mit denen Sie Ihren Hund auch bei schlechtem Wetter unterstützen und fit halten. Schauen Sie doch mal im Beitrag vorbei!
Wie viel Bewegung braucht mein Hund eigentlich gerade in der Winterzeit?
Dies lässt sich schwer pauschalisieren. Doch grundlegend gilt : Auch kleine Einheiten täglich sind besser als lange Spaziergänge zu selten. Bei Hunden mit Gelenkproblemen sollten Sie stets sanft und gelenkschonend trainieren.
Sie sind unsicher, wie viel Bewegung Ihr Hund bei Kälte braucht? Wir beraten Sie individuell – rufen Sie uns an oder schreiben Sie eine Mail. Hier geht’s zu unseren Kontaktdaten.
Worauf sollten Sie bei Leckerlis und Festtagsfutter achten?
Viele Feiertagssnacks sind ungesund oder gar gefährlich für Hunde. Sie sind entweder zu fettig, sehr salzig, enthalten ungesunden Zucker oder sogar Giftstoffe für den Hund.
Verzichten Sie unbedingt darauf, Ihren Hund mit folgenden Lebensmitteln zu füttern:
- Gewürzte Bratenreste (v. a. wenn diese Zwiebeln oder Knoblauch enthalten)
- Fettige Haut oder Bratensauce (erhöhen u.a. das Pankreatitis-Risiko)
- Schokolade (enthält toxisches Theobromin, das vom Hund nicht abgebaut werden kann)
- Rosinen, Weintrauben, Nüsse (einige Sorten sind giftig für Hunde)
- Teig, Brot, stark Gewürztes (kalorienreich und reizt den Hundemagen)
Greifen Sie lieber zu gesunden, hundegerechten Snacks, wenn Sie Ihrem Vierbeiner an den Feiertagen etwas besonders Leckeres zukommen lassen wollen.
Wie wäre es etwa mit selbstgemachten Hundekeksen?
Hundefreundliche Zutatenideen:
Haferflocken oder Hafermehl
Eier
Banane, Apfel (ohne Kerne), Karotte, Süßkartoffel
etwas Kokosöl
Daraus lässt sich ein fester Teig herstellen, aus dem Sie Plätzchen für Ihren Hund ausstechen können. Formen wie Sterne oder Tannen machen es besonders weihnachtlich.

Sie würden lieber etwas Gesundes und dennoch Weihnachtliches für Ihren Hund kochen?
Eine hundefreundliche Weihnachtsspeise wäre etwa gekochte magere Putenbrust mit Reis und gekochten Pastinaken, Kürbis oder Karotten.
Weitere Extra-Tipps zur Weihnachtszeit: Wie Sie Ihren Hund vorsorglich unterstützen
Gerade bei älteren Hunden lohnt es sich, auf gelenkschonende Wege zu achten. Legen Sie gerne einige Teppiche auf den Fliesen im Haus aus, um die Rutschgefahr für Ihren Hund zu senken. Weiche, warme Liegeplätze in einer zugfreien Umgebung wissen alte Hunde und Hunde mit chronischen Erkrankungen am Bewegungsapparat wie Arthrose sehr zu schätzen.
Und nach dem Weihnachtsspaziergang heißt es: Pfoten waschen oder trocknen. Vor allem Salz bzw. Splitt sollten Hundehalter unbedingt an den Pfoten ihrer Schützlinge vermeiden, um Schäden zu verhindern.
Wie erkenne ich, dass mein Hund gestresst oder überfordert ist – und was kann ich tun?
Häufige Stresssignale bei Hunden sind Unruhe, starkes Hecheln, Rückzug, Zittern und ein allgemein verändertes Verhalten.
Schnelle Hilfe in Stresssituationen: Schaffen Sie einen Rückzugsort wie oben beschrieben, in ruhiger Umgebung. Schaffen Sie eine vertraute Routine, helfen Sie mit sanften Bewegungen oder Massage, die Stresshormon-Produktion zu minimieren.
Bei anhaltendem Stress: Denken Sie darüber nach, sich professionelle Unterstützung zu holen, etwa von einem verhaltensmedizinisch ausgebildeten Tierarzt oder Tierärztin.
Mit unseren Tipps gelingt es Ihnen jedoch hoffentlich, auch für Ihren Hund eine möglichst angenehme Weihnachtszeit zu gestalten. Wir wünschen Ihnen frohe Weihnachten und angenehme Feiertage für Sie und Ihre tierischen Begleiter!
Sie möchten mehr lernen? Dann erfahren Sie bei uns, wie eine Ausbildung zur Tierphysiotherapeut:in aussieht und wie Sie selbst Tieren helfen können.
