Wenn Sie mit Ihrem Hund regelmäßig sportlich aktiv sind, sollten Sie wissen: Sporthunde haben andere Ernährungsbedürfnisse als „normale“ Familienhunde.
Ihr Energiebedarf steigt je nach Belastung deutlich an. Hier lohnt es sich, nochmal genauer auf die Fütterung zu schauen. Denn die Ernährung Ihres Hundes beeinflusst unter anderem dessen Muskelaufbau, die Regeneration und Leistungsfähigkeit. Aber auch die Gelenkgesundheit lässt sich durch eine angepasste Fütterung des Hundes unterstützen. Aber nicht weniger wichtig ist es, häufige Fehlerquellen bei der Fütterung zu erkennen und zukünftig zu vermeiden. Daher wollen wir auch darauf einmal eingehen.
Sollte Ihr Hund also Agility oder Canicross lieben, aktiven Zughundesport oder Mantrailing betreiben oder auch in der Hunderettung, als Jagdhund oder ähnliches aktiv sein: Hier finden Sie spannendes Hintergrundwissen über die Fütterung körperlich aktiver Hunde – und wie Sie mit diesem Wissen die Gesundheit Ihres Vierbeiners unterstützen.

Mehr Energie bedeutet nicht einfach „mehr Futter“
Hunde können anhand ihres Aktivitätslevels in unterschiedliche Gruppen eingeteilt werden: moderat aktive Hunde, sportlich aktive Hunde und Hochleistungshunde.
Je nachdem, zu welcher Gruppe Ihr Vierbeiner zählt, gilt es bei der Fütterung einiges zu beachten. Denn es reicht nicht bloß, bei erhöhtem Aktivitätslevel die Kalorienanzahl des Futters zu erhöhen bzw. die Futtermenge nach oben zu schrauben.
Protein: Warum aktive Hunde mehr davon profitieren können
Eiweiße (Proteine) in der Fütterung des aktiven Hundes sind wichtig für:
- Den Aufbau und Erhalt seiner Muskulatur
- die Regeneration nach körperlicher Belastung und
- andere Strukturen des Bewegungsapparates wie Sehnen und Bänder
Hunde, die regelmäßig Canicross, Agility oder anderen Hundesport betreiben, müssen daher mit besonders hochwertigen tierischen Proteinquellen versorgt werden.
- Gute Quellen für tierische Proteine, die vom Körper des Hundes optimal genutzt werden können sind etwa:
- Geflügel (Huhn, Pute, Ente) sind meist gut verträglich und daher auch für verdauungssensible Hunde geeignet
- Rind enthält hohe Mengen an Mineralien und kann eine gute Wahl bei sehr hoher Leistung und starker Bemuskelung sein (sollte aber nicht zu fettreich ausfallen)
- Fisch (enthält zudem hochwertige Omega-3-Fettsäuren, die für die Gelenkgesundheit wichtig sind, daher auch interessant für Hunde während physiotherapeutischer Begleitung)
- Ei (hat ein gutes Aminosäureprofil bei gleichzeitig guter Verträglichkeit, sollte tendenziell jedoch Lieber gekocht statt roh im Hundenapf landen)
Auch hier gilt: Nicht nur die Menge zählt. Die Verdaulichkeit der Proteine ist besonders entscheidend.
Achtung: Sehr hohe Proteingehalte sind nicht automatisch sinnvoll für jeden Hund. Insbesondere ältere Hunde oder Hunde mit einer Nierenerkrankung dürfen nicht zu viel Protein aufnehmen. Daher empfehlen wir, jede Änderung der Fütterung oder besondere Fütterungsanpassungen stets mit einem Tierarzt oder einer Tierärztin zu besprechen. Auch Spezialist/innen wie Tierernährungsberater können hier eine große Hilfe darstellen, insbesondere bei Tieren mit Vorerkrankungen.
3. Fett als wichtigste Energiequelle beim Hundesport
Hunde nutzen Fett effizient als Energiequelle. Eine Versorgung mit hochwertigen, gut nutzbaren Fetten hat viele Vorteile für Sporthunde. Sie fördern die Leistungsfähigkeit während des Hundesports und können für eine gleichmäßigere Energieversorgung
Besonders wichtig ist eine ausreichende Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren. Diese wirken entzündungsmodulierend und sind wichtig für die Gelenke und die Regeneration nach dem Training des Hundes.
Gute Omega-3-Fettsäuren für die Gelenkunterstützung des Hundes befinden sich in
Fischöl wie Lachsöl oder Leinöl als pflanzliche Alternative.

4. Kohlenhydrate – sinnvoll oder überbewertet?
Hunde benötigen nicht zwingend hohe KH-Mengen. Sie können aber sinnvoll sein, wenn es nötig ist, ihnen schnelle Energie zuzuführen. Sie helfen, die Glykogenspeicher im Körper aufzufüllen. So ist es dem Organismus möglich, bei hoher Leistung auf Quellen für die Zuckerherstellung (für eine bessere Energieverfügbarkeit) zurückzugreifen.
Gut verträgliche Quellen von Kohlenhydraten für Hunde sind etwa:
- Reis
- Kartoffeln
- Hafer
Gut zu wissen: Die Verträglichkeit von Kohlenhydraten ist (wie auch die anderer Makronährstoffe) von Hund zu Hund individuell. Testen Sie neue Futtermittel stets langsam an, bevor Sie größere Mengen verfüttern. Bei bekannten Problemen mit Allergien oder Unverträglichkeit sprechen Sie die Fütterung bitte mit Expert/innen ab.
Gelenke und Bewegungsapparat gezielt unterstützen
Besonders relevant für Hunde mit Vorerkrankungen am Bewegungsapparat (oder einer Prädisposition dafür) sind gezielt eingesetzte Nahrungsergänzungsmittel.
Sinnvolle Zusätze für Hunde, die körperlich aktiv sind und/oder unter Beschwerden am Bewegungsapparat leiden, können sein:
- Grünlippmuschel
- Kollagen
- Omega-3
- Glucosamin
- Chondroitin
Aber Achtung: Eine angepasste Ernährung für aktive Hunde ersetzt keine Therapie durch einen Tiermediziner und/oder Tierphysiotherapeuten, sondern soll eher als Unterstützung oder Prophylaxe angesehen werden!
Sollte Ihr Hund bereits Beschwerden am Bewegungsapparat zeigen, vereinbaren Sie gerne einen Termin in unserer Praxis für Hundephysiotherapie in Bayern. An unseren beiden Standorten in Aschau im Chiemgau und Kolbermoor untersuchen und behandeln wir verschiedenste Erkrankungen des Bewegungsapparates bei Sport- und Familienhunden.
Woran erkennt man ein gutes Sporthundefutter?
Natürlich müssen Sie auch bei einem Sporthund das Futter nicht komplett selbst zubereiten und Rationen berechnen. Es gibt gute
Wenn Sie sich fragen, ob ein Sporthundefutter für Ihren Hund geeignet ist, können Sie auf folgende Merkmale achten:
- Transparente Deklaration?
- Hochwertige Proteinquellen enthalten?
- Angepasster Fettgehalt für jeweiligen Bedarf (Sporthund o.ä.)?
- Gute Verdaulichkeit?
- Bedarfsdeckend?
- Keine „Marketing-Zutaten“ ohne Nutzen (gerne einmal Studien nachschauen statt blind zu vertrauen)?
Ernährung für aktive Hunde: Typische Fehler
Zuletzt möchten wir ein paar Fehler festhalten, die gerade bei sportlich aktiven Hunden häufig gemacht werden:
Die Energiezufuhr ist nicht bedarfsdeckend, es werden zu wenige Kalorien für die erfolgte Leistung gefüttert.
Futterumstellungen werden zu plötzlich vorgenommen, ohne langsame Umgewöhnung, was zu Verdauungsbeschwerden führt.
Es werden blind Supplements verabreicht, die gerade im Trend liegen, ohne zu hinterfragen, ob diese dem jeweiligen Tier nützen.
Die Hunde werden kurz vor der sportlichen Belastung gefüttert, was eine immense Belastung für den empfindlichen Verdauungstrakt darstellt und nicht zuletzt zu einer Magenumdrehung führen kann.
„High Protein“ Produkte werden an Hunde verfüttert, die diese aufgrund anderer körperlicher Beschwerden gar nicht vertragen.
Der erhöhte Flüssigkeitsbedarf an Tagen mit hoher sportlicher Belastung wird ebenfalls gerne unterschätzt.
Fazit
Wir hoffen, wir konnten Ihnen vermitteln, wie wichtig die richtige Fütterung ist, um die Leistungsfähigkeit und Regeneration Ihres Hundes zu unterstützen. Dabei sollten wir immer im Hinterkopf behalten, dass es hier kein „One-size-fits-all“ Konzept gibt. Jeder Hund verdient eine Fütterung, die an sein Alter, seine Sportart und Trainingsintensität und insbesondere seine Vorerkrankungen angepasst wurde.
Wichtig: Nutzen Sie bei Unsicherheiten bitte immer eine professionelle tiermedizinische oder ernährungsmedizinische Beratung.
Wir glauben, dass die richtige Fütterung in Kombination mit Bewegung und einer individuell angepassten Physiotherapie eine unschlagbare Kombination für die Gesundheit Ihres Hundes darstellt.
Daher freuen wir uns, wenn Sie uns in unserer Praxis für Hunde-Physiotherapie in Aschau im Chiemgau oder Kolbermoor besuchen. Nutzen Sie gerne unsere Kontaktdaten, um uns telefonisch oder per Mail zu erreichen. Vielleicht haben Sie ja auch Lust, mit Ihrem Hund an einer unserer Fitnessgruppen teilzunehmen.
Wir freuen uns, von Ihnen zu hören!
Praxis

