Arthrose beim Hund – Beweglich bleiben trotz Diagnose

Arthrose – eine unterschätzte Volkskrankheit bei Haustieren

Hätten Sie gedacht, dass über 60 Prozent der Seniorenhunde unter einer Arthrose leiden? Aber auch Hunde anderer Altersklassen sind nicht automatisch geschützt davor. Hier liegen die Schätzungen bei bis zu 20 Prozent aller Hunde. Da die degenerative Erkrankung mit chronischen Schmerzen verbunden ist, mindert sie die Lebensqualität unserer Vierbeiner. Daher gilt es, diese möglichst früh zu diagnostizieren und mit verschiedenen Methoden der Physiotherapie und geeigneten Verhaltenstipps dagegen anzugehen.
Wir verraten Ihnen in diesem Artikel, warum eine angepasste Tierphysiotherapie bei Arthrose essenziell für Ihren Hund ist.

Pathophysiologie der Arthrose des Hundes – Was passiert im Gelenk?

Bei Arthrose handelt es sich um eine chronische Gelenkerkrankung, bei der sich das gesamte Gelenk langsam verändert.

Am Anfang steht meist eine Überlastung oder Vorschädigung des Gelenks – zum Beispiel durch Fehlstellungen, Verletzungen oder altersbedingten Verschleiß.
Hat Ihr Hund gesunde Gelenke, so sorgt der Gelenkknorpel dafür, dass die Knochen reibungsarm aufeinander gleiten. Stöße werden abgefedert. Bei Tieren mit Arthrose baut sich dieser Knorpel jedoch nach und nach ab. Er verliert seine glatte Struktur, wird dünner und kann schließlich rissig werden. Dadurch reiben die Gelenkflächen stärker aneinander.
Gleichzeitig kommt es zu Entzündungsprozessen im Gelenk, die Schmerzen verursachen und den Knorpelabbau weiter beschleunigen. Der Körper des Tieres versucht das Gelenk zu stabilisieren, indem er knöcherne Zubildungen (Osteophyten) bildet. Diese können die Beweglichkeit Ihres Vierbeiners zusätzlich einschränken.

Durch Schmerzen und Schonhaltung bewegt sich Ihr Hund möglicherweise weniger. Die Muskulatur baut ab, das Gelenk wird schlechter stabilisiert – und die Beschwerden nehmen weiter zu.
Genau hier setzt unsere Physiotherapie für Hunde an: Durch gezielte Übungen und Bewegung helfen wir, Muskulatur aufzubauen, Schmerzen zu reduzieren und die Beweglichkeit möglichst lange zu erhalten.
Lassen Sie uns gemeinsam die Schmerzspirale unterbrechen und Ihrem Hund wieder zu mehr schmerzfreier Lebensqualität verhelfen: Vereinbaren Sie hier einen Termin in unserer Praxis für Tierphysiotherapie in Aschau im Chiemgau oder Kolbermoor.

Arthrose (Osteoarthritis) bei Haustieren: Welche Ursachen & Risikofaktoren sollten Sie kennen?

Wenn Sie die wichtigsten Arthrose-Ursachen bei Hunden kennen, können Sie das individuelle Risiko Ihres Vierbeiners einschätzen. Zudem haben Sie die Chance, die Ursachen zu umgehen, die vermeidbar sind. Daher möchten wir Sie hier dafür sensibilisieren.

Häufige Ursachen von Arthrose bei Hunden sind:

• Körperliche Überlastung
• Hüftdysplasie (HD)
• Ellbogendysplasie (ED)
• Vorher aufgetretene Verletzungen wie ein Kreuzbandriss
• Übergewicht
• genetische Prädisposition sowie
• schnelles Wachstum bei jungen Hunden

Auch Katzen und andere Tiere können von Arthrose betroffen sein. Hier sind häufige Ursachen bei diesen Tierarten:
• steigendes Alter
• Adipositas
• frühere Traumata (etwa durch Unfälle, Herunterfallen usw.)

Lernen Sie die wichtigsten Arthrose-Symptome bei Hunden und Katzen kennen

Unsere Haustiere zeigen Schmerzen und andere Beschwerden häufig nicht oder sehr spät. Umso wichtiger ist es, dass wir als ihre Bezugspersonen genau auf Anzeichen von Schmerz durch Arthrose oder andere Erkrankungen achten.

Die häufigsten, oft zunächst subtilen Anzeichen von Arthrose beim Hund sind
• Anlaufschmerzen
• Steifheit nach Ruhe
• Lahmheit
• Häufiges Wechseln der Liegeposition aufgrund von Schmerzen
• reduzierte Bewegungsfreude, veränderte Aktivität
• Schwierigkeiten beim Treppensteigen und Springen
• Verdickte Gelenke (sind gelegentlich tastbar)
• Oft Verschlechterung der Symptomatik bei kaltem Wetter oder nach Ruhe

Bei Katzen wird Arthrose häufig unterdiagnostiziert (das Aufkommen liegt jedoch bei über 60 % bei älteren Katzen).
Auch bei Katzen lassen sich Arthrose-Symptome erkennen, wenn Sie genau darauf achten:
• Das Tier springt nicht mehr hoch
• vermeidet Bewegung
• zeigt ein verändertes Putzverhalten sowie
• Reizbarkeit und möglicherweise
• Unsauberkeit durch Schmerz

Diagnostik: Wie wird Arthrose bei Haustieren festgestellt?

Die Diagnostik der Arthrose erfolgt nach eingehender Anamnese und einer klinischen sowie orthopädischen Untersuchung. Mithilfe von Palpation (gründlichem Abtasten) lassen sich Problemstellen aufspüren, die sich anschließend durch moderne Bildgebung detaillierter darstellen lassen. Hierfür wird Ihr Hund oder Ihre Katze möglicherweise einer Röntgen-, CT- oder MRT-Untersuchung unterzogen, um zudem andere Erkrankungen auszuschließen.

Objektive, feine Diagnostik der Arthrose mit dem ZEBRIS Laufband: auch in unserer Praxis

Genauere Aussagen über die Gesundheit des Bewegungsapparates ermöglicht auch eine Ganganalyse. In unserer Praxis für Hunde-Physiotherapie arbeiten wir mit dem ZEBRIS-Laufband. Dieses ermöglicht uns eine präzisere Analyse als die subjektive Beobachtung des Gangbildes Ihres Hundes.
Während viele Lahmheiten in der normalen Gangbeurteilung nur subjektiv eingeschätzt werden, ermöglicht das System eine objektive Ganganalyse. Sensoren im Laufband messen dabei genau, wie stark und wie lange jede Pfote den Boden belastet.
So lassen sich selbst sehr subtile Belastungsunterschiede zwischen den Gliedmaßen erkennen – auch bereits bei beginnender Arthrose.
Veränderungen im Gangbild im Verlauf einer Physio-Therapie Ihres Hundes können wir mit dieser Technik sichtbar machen und dokumentieren.
Für die Praxis bedeutet das: Die Diagnostik wird feiner, messbarer und nachvollziehbarer. Gleichzeitig hilft die Analyse, Therapiepläne gezielter anzupassen und Fortschritte objektiv zu kontrollieren. Detaillierte Informationen finden Sie in unserem Artikel zum ZEBRIS-Laufband auf unserem Blog.

Interesse an einer Gangbildanalyse für Ihren Hund? Nehmen Sie hier Kontakt zu uns auf und besuchen Sie uns in unserer Tierphysiopraxis in Bayern!

Arthrose-Therapie für Hunde – mit dem multimodalen Ansatz zum Ziel

Leidet Ihr Vierbeiner unter Arthrose, sollten Sie das Krankheitsgeschehen möglichst ganzheitlich betrachten und angehen.

Medikamentöse Arthrose-Behandlung für Hunde
Hier kommen folgende Wirkstoffgruppen in Betracht, um die Arthrose zu behandeln:
• NSAIDs (Schmerzmedikamente)
• Librela® (monoklonaler Antikörper gegen NGF)
• Solensia® bei Katzen
• Präparate gegen neuropathische Schmerzen wie Gabapentin

Gewichtsmanagement und Ernährung
• Entlastung der Gelenke durch optimales Körpergewicht des Tieres
• Antientzündliche Ernährung, beispielsweise durch den Einsatz von Omega-3-Fettsäuren
• Chondroprotektiva (schützen die Gelenksubstanz) oder gezielte Nahrungsergänzungen

Gut zu wissen: für Tiere mit Arthrose ist es deutlich angenehmer, auf ebenem, weichem Untergrund zu laufen. Ideal sind (kurz gemähte) Wiesen oder weiche Waldwege. Beim Training kann ein federndes Laufband gute Dienste tun. Auch das Unterwasserlaufband ist eine extrem schonende Variante für ein Training ohne Gelenkbelastung.

Unterwasserlaufband

Physiotherapie bei Arthrose: unsere Kernkompetenz
In unserer Physiotherapie betreuen wir mit jahrelanger Erfahrung Hunde mit Arthrose. Im Mittelpunkt stehen dabei
Muskelaufbau, um die Gelenke zu unterstützen und zu entlasten
Mobilisation durch ausgewählte Techniken der Physiotherapie
passive Bewegungstherapie zum Erhalt oder zur Wiederherstellung der Beweglichkeit (sogenannte Range of Motion)
• extrasanftes Training auf dem Unterwasserlaufband
• Lasertherapie
• TENS
• Thermotherapie
• Akupunktur
• Therapeutischer Ultraschall
• Faszienarbeit

Unsere Ziele dabei sind stets eine Schmerzlinderung, der Erhalt wichtiger Funktionen des Bewegungsapparates und die Verzögerung des Krankheitsprozesses.
Mit verschiedenen physiotherapeutischen Techniken und Geräten arbeiten wir daran, dass Ihr Hund trotz Arthrose ein möglichst vitales Leben führen darf.

Arthrose-Behandlung für Hunde in Bayern: Wir sind gerne für Sie da

Als physiotherapeutische Praxis für Hunde sehen wir unsere Kernkompetenz unter anderem darin, die Lebensqualität von Arthrose-Hunden zu verbessern. Aber auch die Frühintervention stellt eine wichtige Aufgabe für uns dar. Je früher wir Probleme am Bewegungsapparat des Hundes erkennen, umso eher lassen krankhafte Prozesse sich hinauszögern.
Sollte Ihr Hund sich einer OP unterziehen müssen, führen wir auch gerne die begleitende Physiotherapie hierzu durch.
Sie halten einen Hund, der zu den Risikorassen für Arthrose zählt? Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie sich eine eingehende Diagnostik oder präventive Physio-Einheiten für Ihren Vierbeiner wünschen. Natürlich geben wir Ihnen auch gerne Tipps und Übungen für die Durchführung zuhause mit auf den Weg.
Wir gehen stets auf jeden Hund individuell ein und erklären Ihnen, was wir für dessen Gesundheit tun können. Zögern Sie nicht, einen Termin in unserer Praxis für Hunde-Physiotherapie zu vereinbaren. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!